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Santo António - Lissabon feiert sein größtes Volksfest

Über der Alfama, dem ältesten Viertel von Lissabon, liegt an diesem Tag ein ganz besonderer Duft. Auf unzähligen kleinen Holzkohlefeuern werden Sardinen gegrillt, dazu gibt es „vinho tinto“ (Rotwein). Vor fast jedem Hauseingang in dem schmalen, verwinkelten, bergauf und bergab führenden Gassen haben die Bewohner Tische und Stühle aufgestellt.

Tänzerinnen feiern Santo António (Foto: José Manuel / ICEP Portugal)
Tänzerinnen feiern Santo António (Foto: José Manuel / ICEP Portugal)
Am Abend des 13. Juni bleibt hier kein Platz leer. Es ist, als habe sich halb Lissabon in dem kleinen Areal zwischen dem Castelo de São Jorge, der mittelalterlichen Burg, und dem Tejo-Ufer versammelt. Die Hauptstadt feiert Santo António, ihren Schutzheiligen, und alle wollen dabei sein. Während sonst überwiegend Touristen dieses Viertel, das sich wie ein Termitenhügel über dem Fluss erhebt, und das seine arabischen und mittelalterlichen Züge nie ganz abgestreift hat, besuchen, sind es an diesem Tag vor allem die „Lisboetas“, die Hauptstädter, die die Alfama bevölkern.

Lissabon, die Schöne, die weiße Stadt am Tejo, das junge Mädchen und die junge Frau (menina e moça), wie es in einem beliebten Lied heißt, sollte wie die Alfama am besten zu Fuß erkundet werden. Es muss ja nicht gerade im Getümmel von Santo António und auch nicht in der dicksten Hochsommerhitze sein. Mit einem ordentlichen Reiseführer „bewaffnet“ und festem Schuhwerk ausgerüstet, erschließen sich die Schönheiten Lisboas, wie die Hauptstadt auf portugiesisch heißt, auf eine ganz andere, eindringliche und oft überraschende Weise. Von den sieben Hügeln der Stadt ergeben sich immer wieder faszinierende Ausblicke auf winkelige, prächtige Kirchen, großzügig gestaltete Plätze und natürlich den Fluss, der hier mit seiner majestätischen Breite eher wie das nahe Meer aussieht. Den schönsten, fast 360-Grad-Panorama-Blick hat man von der Burg, deren entrückte, friedliche Stimmung jeden Besucher gefangen nimmt.

Der Tejo und seine Mündung in den Atlantik haben die Geschichte der Stadt geprägt. Vom maurischen „Lischbuna“ über das römische „Olisilo“ bis hin zum phönizischen „Alis-Ubbo“ (liebliche Bucht) lässt sicher der Name Lisboa zurückverfolgen. Portugals erster König Afonso Henriques, der 1147 die Stadt von den Mauren zurückeroberte (Reconquista), ließ an der Stelle der alten Moschee die „Sé“ bauen, eine trutzige Kathedrale, die noch heute die Silhouette Lissabons mitbestimmt. Von Portugals Blütezeit Ende des 15. Anfang des 16. Jahrhunderts, der Ära der berühmten Seefahrer und großen Entdeckungen, für die Namen wie Henrique o Navegador (Heinrich der Seefahrer), Vasco da Gama oder Magalhães (Magellan) stehen, zeugen prächtige Bauten am Tejo- Ufer, wie der Torre de Belém, der einst Lissabons Hafeneinfahrt bewachte und als einer der wenigen steinernen Zeugen aus dem „Goldenen Zeitalter“ das verheerende Erdbeben von 1755 überstanden hat. Weltkulturerbe und auch sicherlich eines der interessantesten Bauwerke der portugiesischen Hauptstadt ist das Mosteiro das Jerónimos, das Hieronymus-Kloster. Es gilt als Paradebeispiel manuelinischer Baukunst, einer verspielten portugiesischen Variante der Renaissance mit vielen Motiven aus der christlichen Seefahrt.

Leckeres vom Grill (Foto: José Manuel / ICEP Portugal)
Leckeres vom Grill (Foto: José Manuel / ICEP Portugal)
Geschichte auf Schritt und Tritt. Aber auch das neue Lissabon lässt sich vom Tejo-Ufer aus erkunden, vom supermodernen Kulturzentrum im Stadtteil Belém über die Disco-Szene in den alten Docks von Alcantara bin hin zum Gelände der Expo im Nordosten der Stadt, wo Amália und Eusébio, zwei putzige Seeotter, die Besucher in Europas größtem Aquarium erfreuen. Mit der Weltausstellung von 1998 hat sich Lissabon spürbar verändert. Der „degradação“, dem schleichenden Verfall, wurde Einhalt geboten, ohne der Stadt ihren unverwechselbaren Charakter zu nehmen. In den Aus- und Neubau der Infrastruktur waren Künstler mit einbezogen. So verwandelte sich die Metro-Linie „Girassol“ (Sonnenblume), die vom Praça de Pombal zum Campo Grande führt, in eine einzigartige unterirdische Galerie. Jede Station trägt hier die Handschrift eines anderen portugiesischen Künstlers. Positiver Nebeneffekt: Der Vandalismus ging praktisch auf Null zurück.

Wer Lissabon und seine Bewohner richtig kennen lernen will, sollte unbedingt in eine von vielen Weinstuben, die hier „Tascas“ oder „Tasquinhas“ genannt werden, einkehren. „Um copo tinto“ (ein Gläschen Rotwein) und ein Schwätzchen über die Lieblingsthemen aller Lisboetas, Fußball und Bacalhau (Stockfisch, Nationalgericht aller Portugiesen mit über 100 Zubereitungsarten) gehören unbedingt dazu. Der Abend eines langen Lissabonner Tages endet oft im Bairro Alto, dem traditionellen Zeitungs- und Vergnügungsviertel der Hauptstadt. Unzählige Restaurants (dort, wo die meisten Einheimischen sitzen, gibt es das beste und preiswerteste Essen) und Fado-Lokale bieten sich an.Neugierig geworden? Na dann: „Bemvindo em Lisboa“ – Willkommen in Lissabon.

Quelle: ICEP Portugal / bearbeitet von pairola-media

 
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