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Auf Lady Knox ist Verlass: Jeden Tag pünktlich um viertel nach zehn stößt die temperamentvolle Lady einen 20 Meter hohen Wasserstrahl in die Luft. Lady Knox ist wohl der zuverlässigste Geysir der Welt - und nur eines von vielen Naturwundern in Rotorua. Das vulkanische Zentrum auf der neuseeländischen Nordinsel gehört mit seinen farbenprächtigen Sinterterrassen, kochenden Seen, blubbernden Schlammlöchern und zischenden Geysiren zu den faszinierendsten Landschaften der Doppelinsel. Und wer die Kultur der Maori, der polynesischen Ureinwohner Neuseelands, kennenlernen möchte, ist in Rotorua ebenfalls genau richtig. Mit seiner atemberaubenden Landschaft, kulturellen Vielfalt und attraktiven Freizeitangeboten gehört Rotorua zum absoluten Muss für Neuseelandreisende.
 Spektakulär ist der Pohutu Geysir (Foto: Tourism New Zealand) Über 150 Kilometer erstreckt sich der vulkanische Gürtel über das Zentrum der neuseeländischen Nordinsel - von der im Pazifik gelegenen Vulkaninsel White Island im Osten bis zum Mount Ruapehu im Südwesten, der in letzter Zeit immer mal wieder von sich reden macht. Rotorua inmitten des feurigen Herzens ist ein idealer Ausgangspunkt für Entdeckungsreisen in die ”Hexenküche” Neuseelands. Bequem zu Fuß ist das Thermalgebiet Whakarewarewa im Stadtgebiet von Rotorua zu erreichen.
Von allen ”heißblütigen” Schönheiten Whakarewarewas ist der Pohutu Geysir die spektakulärste: Über 30 Meter schießt mehrmals am Tag die heiße Fontäne in die Höhe. Whakarewarewa ist eine geologische Wunderwelt mit farbenprächtigen Sinterterassen, blubbernden Schlammlöchern und dampfenden Seen, aber auch eines der wichtigsten kulturellen Zentren der Maori. Selten begegnen Neuseelandreisende der faszinierenden Kunst und Kultur der polynesischen Ureinwohner so hautnah wie in Whakarewarewa. Künstler und Schüler des Maori Arts and Craft Institute lassen sich bei der Herstellung ihrer ornamentreichen Schnitzkunst über die Schulter schauen.
Einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Maori gibt eine sorgfältig aufbereitete Ausstellung sowie das Freilichtmuseum eines historischen Dorfes - eines Pas. Dort kann man z. B. den Nachbau eines Maori-Kriegsbootes bestaunen oder im Versammlungshaus traditionelle Tänze und Gesänge der Maori erleben. Unvergesslich für die Paheka - wie die Maori uns weiße Europäer nennen - ist der Haka. Der Kriegstanz der Maori-Männer ist Herausforderung und Einladung zugleich. Von herausgestreckten Zungen sollte man sich übrigens nicht beleidigt fühlen: Sie gehören zur Zeremonie.Wer auch die kulinarischen Künste der Maori kennenlernen möchte, kann von Rotorua aus verschiedene Touren mit Maori-Veranstaltern buchen. Geboten wird ein traditioneller Empfang im Marae, dem Versammlungshaus, und einem schmackhaften Hangi aus dem Erdofen. Eine dreiviertel Stunde von Rotorua entfernt erhebt sich der zerklüftete Krater des Mount Tarawera. 1886 sprengte eine gewaltige Explosion den Gipfel des fast 4.000 Meter hohen Vulkans und begrub weite Gebiete in einem tagelangen Ascheregen. Den seither friedlichen Riesen bezwingt man am besten bei einer Tour im Geländewagen. Wer einen Blick in den Rachen des Vulkans werfen möchte, kann einen Helikopter-Rundflug im Anschluss an die rasante Pistenfahrt zum Kraterrand bei Tarawera Helicopters buchen. Eines der Gebiete, das durch die Explosion des Mount Tarawera vor 110 Jahren sein Gesicht am meisten veränderte, ist Waimangu.
 Die Vulkaninsel White Island (Foto: Tourism New Zealand) Das Thermalgebiet liegt 26 Kilometer südlich von Rotorua und gehört zu den atemberaubendsten aktiven Vulkangebieten in Neuseeland. Heiße, dampfende Seen, die sich in grün bewaldete Hänge schmiegen, Sinterterrassen in unbeschreiblichen Farben, Wände aus wachsenden Kristallen vor dem ehrfurchtgebietenden Panorama des Mount Tarawera - man fragt sich, ob man sich am Rand der Hölle oder mitten im Paradies befindet. Der Bratpfannensee ist eines der unzähligen Wunder im Waimangu Thermal Valley, der mit einer Fläche von 38.000 Kubikmetern und einer Tiefe von sechs Metern die größte Heißwasserquelle der Welt ist. Das Wasser ist im Durchschnitt 50° C heiß - von einem Bad sollten daher auch hartgesottene Abenteurer absehen. Das Waimangu Thermal Valley führt direkt zu den Warbrick Terrassen am Lake Rotomahana.
Wer genug Zeit hat, sollte eine Bootsfahrt auf dem Lake Rotomahana unternehmen, vorbei an der Stelle, an der einst die berühmten Pink and White Terraces lagen. Die riesigen Sinterterrassen galten noch im 19. Jahrhundert als Achtes Weltwunder, leider wurden sie durch den Vulkanausbruch zerstört. Geführte Ganz- oder Halbtagestouren durch das wundervolle Tal und weitere vulkanische Gebiete bieten Veranstalter wie Tamaki Tours an.
Auf dem Weg von Waimangu zum Tongario Nationalpark liegt Waiotopu, ein weiteres thermales Wunderland. Der Lady Knox Geysir ist hier zu Hause, der seine preußische Pünktlichkeit übrigens gut zwei Kilogramm Seifenpulver verdankt, die ihm regelmäßig verabreicht werden - seinen Anblick aber keinesfalls schmälern. Größte Attraktion in Waitopo ist der Champagner-Pool mit seiner einzigartigen schäumenden Oberfläche. Abermillionen aufsteigender Gasbläschen lassen das heiße Wasser wie eine Wanne voll prickelnden Champagner aussehen.
Südlich von Waiotapu stößt der Reisende auf den Lake Taupo. Am Südrand des größten Binnensees Neuseelands schließt sich das Vulkangebiet an, das in der letzten Zeit von sich Reden gemacht hat - der Tongariro Nationalpark. Die mächtigen Kegel der drei ”Vulkan-Schwestern” - des Mount Tongariro, des Mount Ngauruhoe und des Mount Ruapehu - wachen über das Land, das den Maori heilig ist. Ein Abstecher nach White Island in der Bay of Plenty rundet die Entdeckungsreise durch das feurige Herz Neuseelands ab. Hubschrauber und Boote bringen die Besucher auf die aktive Vulkaninsel, auf der zahlreiche seltene Vogelarten brüten. Bei zwei- bis dreistündigen Wanderungen bis an den Kraterrand kann man einen Blick in die Tiefe riskieren, wo zwischen dichten Dampf- und Nebelschwaden ein See aus heißer Magma brodelt.
Nach den aufregenden Ausflügen lädt Rotorua zur Entspannung in seine Thermal-Bäder ein. Vom Hotel bis zum Campingplatz bietet fast jede Unterkunft diesen besonderen Service. So gestärkt können Vulkanreisende die Sehenswürdigkeiten der Stadt erkunden. Das Bathhouse in den Parkanlagen der Gouvernment Gardens zeugt von der Bedeutung Rotoruas als Heilbad für erholungssuchende Briten um die Jahrhundertwende. Heute beherbergt der prächtige Bau im Tudorstil eine Ausstellung wertvollen Maori-Kunsthandwerks.
Geheimnisvolle Kultur und atemberaubende Landschaft - Rotorua bietet beides in verschwenderischer Fülle. Wer Neuseeland und seine Bewohner kennenlernen möchte, sollte unbedingt eine Reise zur feurigen Seele des Landes einplanen.
Quelle: Tourism New Zealand / bearbeitet von pairola-media
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